Neustadt an der Weinstraße – In einem feierlichen Rahmen sind am 13. Mai 2025 im Sitzungssaal der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd sechs Persönlichkeiten mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet worden. SGD-Süd-Präsident Hannes Kopf würdigte das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement der Geehrten und bezeichnete die Auszeichnung als „eine der höchsten Ehrungen des Landes“.
Ehrenamt als Fundament der Gesellschaft
In seiner Begrüßung betonte Kopf die zentrale Bedeutung des Ehrenamts für das gesellschaftliche Miteinander. Rheinland-Pfalz nehme mit über 40 Prozent ehrenamtlich engagierter Bürgerinnen und Bürger bundesweit eine Spitzenposition ein. „Ehrenamt ist keine Einbahnstraße“, so Kopf. Wer sich engagiere, erhalte Anerkennung, Gemeinschaft und persönliche Erfüllung zurück.
Die Verdienstmedaille werde vom Ministerpräsidenten verliehen und setze langjähriges, vielseitiges Engagement für das Gemeinwohl voraus. Kopf, der die Ehrung stellvertretend überreichte, sprach von beeindruckenden Lebensleistungen: „Bei allen Geehrten kann man mit voller Überzeugung sagen: Sie haben sich über Jahrzehnte hinweg in herausragender Weise für andere eingesetzt.“
Festlicher Rahmen und zahlreiche Gäste
Die Veranstaltung wurde traditionell vom Chor der SGD Süd eröffnet. Der historische Sitzungssaal aus den 1950er Jahren bot gemeinsam mit einer aktuellen Karikaturen- und Fotoausstellung („Rückblende 2025“) einen besonderen Rahmen.
Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Vertreter aus Politik und Kommunen, darunter der Landtagsabgeordnete Johannes Zehfuß, kommunale Mandatsträger sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus der Region.
Zwei verdiente Kommunalpolitiker aus Römerberg geehrt
Zu Beginn der Ehrungen stellte Kopf zwei langjährige Weggefährten aus Römerberg in den Mittelpunkt: Paul Eichstetter und Günter Walburg, beide prägende Persönlichkeiten der lokalen Kommunalpolitik.
Paul Eichstetter: Engagement über Generationen hinweg
Paul Eichstetter wurde für sein über fünf Jahrzehnte andauerndes Engagement ausgezeichnet. Von 1974 bis 2024 war er Mitglied des Gemeinderats Römerberg und darüber hinaus in zahlreichen Ausschüssen sowie im Verbandsgemeinderat aktiv.
Sein Einsatz reichte weit über die Kommunalpolitik hinaus: In kirchlichen Gremien, der Jugendarbeit und insbesondere im Bereich der Kindertagesstätten übernahm er große Verantwortung. Als Trägervertreter von Kitas setzte er sich intensiv für deren Entwicklung und Ausstattung ein. Auch im Seniorenbeirat engagiert er sich bis heute.
Kopf hob besonders Eichstetters Verlässlichkeit und seine Bereitschaft hervor, Verantwortung sowohl im Vordergrund als auch im Hintergrund zu übernehmen.
Günter Walburg: Ein Leben für Politik, Sport und Gemeinschaft
Auch Günter Walburg blickt auf eine außergewöhnliche ehrenamtliche Laufbahn zurück. 50 Jahre gehörte er dem Gemeinderat Römerberg an, zudem war er 40 Jahre Mitglied des Kreistages des Rhein-Pfalz-Kreises. Als langjähriger Fraktionsvorsitzender prägte er die kommunalpolitische Arbeit maßgeblich.
Neben der Politik engagierte sich Walburg intensiv im Sport: Über zwei Jahrzehnte leitete er als Vorsitzender den Turn- und Sportverein Heiligenstein und war selbst viele Jahre als Übungsleiter tätig. Auch in der Jugendarbeit, der kirchlichen Arbeit sowie in der internationalen Partnerschaftsarbeit setzte er wichtige Impulse.
Kopf würdigte insbesondere die Breite seines Engagements und seinen Einsatz für junge Menschen sowie für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Persönliche Worte des Ortsbürgermeisters
Der Ortsbürgermeister von Römerberg, Matthias Hoffmann, fand in seinen Dankesworten bewegende und persönliche Worte für beide Geehrten.
Über Paul Eichstetter sagte er, dieser habe sich „mit großem Pflichtbewusstsein, Verlässlichkeit und viel Herzblut“ für die Gemeinde eingesetzt. Sein Wirken sei geprägt gewesen von Menschlichkeit und dem stetigen Einsatz für andere.
Günter Walburg beschrieb Hoffmann als jemanden, der „Verantwortung nicht nur übernommen, sondern gelebt“ habe. Er habe über Generationen hinweg das Gemeindeleben geprägt und sei stets ein verlässlicher Ansprechpartner gewesen.
Für die Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen überreichte Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice an die beiden Geehrten ein Dankespräsent.
Dank und Anerkennung für stilles Engagement
Abschließend unterstrich SGD-Präsident Kopf, dass die Auszeichnung auch stellvertretend für viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter in Vereinen und Initiativen stehe. Ehrenamt sei immer Teamarbeit und bilde das Rückgrat einer funktionierenden Gesellschaft.
Die Verleihung machte deutlich, wie stark das Gemeinwesen in Rheinland-Pfalz vom Engagement Einzelner lebt – oft leise, aber mit nachhaltiger Wirkung.